Kanalanschluss
Vom Hausanschluss bis zur Versickerung
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Ein Kanalanschluss verbindet ein Gebäude mit dem öffentlichen Netz. Dazwischen liegen mehr Gewerke, als der Name vermuten lässt: Grundleitungen unter der Bodenplatte, Rohrgräben mit Bettung und Verdichtung, Schächte, die Dichtheitsprüfung, und am Ende die Straße, die wieder so aussehen muss wie vorher.
Dazu kommt eine Frage, die viele Bauherren erst spät stellen: Wohin mit dem Regenwasser? Wo die Kommune die Einleitmenge begrenzt, wird das Dachwasser nicht abgeleitet, sondern zurückgehalten und versickert. Auch das ist Kanalbau, nur unter anderem Namen.
Wir zeigen beides an einem eigenen Projekt.

Eine Baustelle · Roonstraße · Köln-Neustadt
Kanalanschluss für das HELLERS Brauhaus in Köln
Damit in einem Brauhaus das Kölsch laufen kann, muss zuerst das Abwasser laufen. Wir haben den Hausanschluss für das HELLERS Brauhaus erneuert, mitten im Kwartier Latäng.
Zuerst die Papiere: Aufbruchgenehmigung und verkehrsrechtliche Anordnung bei der Stadt. Dann 50 Meter gelbe Markierungsfolie, mit der die Fahrspuren neu geordnet wurden, bevor der erste Schnitt fiel. 17,2 Meter Asphalt aufgeschnitten, 9,5 Quadratmeter aufgebrochen.
Hinunter ging es vier Meter tief, in maschinenunterstützter Handarbeit, weil fremde Leitungen den Bagger ausschlossen. Gesichert wurde der Graben mit 25,9 Quadratmetern Kammerdielenverbau nach eigener statischer Berechnung.
Ein schadhaftes Steinzeugrohr DN 150 haben wir dabei ersetzt und mit zwei Übergangsstutzen an das neue KG-Rohr gekoppelt. Solche Funde stehen in keinem Angebot, sie tauchen auf, wenn der Graben offen ist.
Zum Schluss die Kamerafahrt mit Protokoll für jeden Leitungsabschnitt, dann Schotter, Asphalt in Trag- und Deckschicht, Tok-Band und die Fahrbahnmarkierung zurück. Übernahmeprotokoll der Stadt Köln. Zehn Arbeitstage.
- Bauzeit
- 10 Tage
- Grabentiefe
- 4,00 m
- Verbau
- 25,9 m²
- Markierungsfolie
- 50 m
Aus drei Baustellen in Köln
Meter Kanal in einer Maßnahme, DN 150 bis DN 300
Meter tief von Hand, weil fremde Leitungen im Weg lagen
Tage Ampelbetrieb für einen einzigen Hausanschluss
Gütezeichen Kanalbau, Mitgliedsnummer 7361
Kanalbau und Entwässerung in Köln-Merheim
Ein Selbstlagerhaus an der Olpener Straße, drei Vollgeschosse, rund 2.700 Quadratmeter Grundfläche und 8.270 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Beauftragt wurden die Tiefbauarbeiten und die Entwässerung.
Verlegt wurden rund 400 Meter Kanal: 80 Meter DN 150, 150 Meter DN 250 und 150 Meter DN 300. Die Rohrgräben gingen bis 3,35 Meter Tiefe.
Dazu Systemschächte mit Bautiefen bis zu 5 Meter. Kontrollschächte von bis 3,30 Meter Tiefe.
Unter der Bodenplatte lagen die Grundleitungen, DN 100 als KG-2000-Rohr, mit einem Mauerkragen für die druckwasserdichte Durchführung durch die Platte und zwei Bodenabläufen.
Die Regenwasserbewirtschaftung als elementarer Bestandteil der Maßnahme. Die öffentliche Vorgabe war das Regenwasser auf dem Grundstück zurückzuhalten: eine Rigole aus rund 300 Blöcken, zweilagig eingebaut, mit vier Kontrollschächten und einer vorgeschalteten Reinigungsstufe.
Was auf dieser Baustelle sichtbar wurde, gilt für fast jeden Kanalanschluss: Der Anschluss selbst ist der kleinere Teil. Der Graben, die Verdichtung, die Nachweise und die Wiederherstellung machen den Aufwand.

Die Punktfundamente am Bauvorhaben. Neben diesen wurden später die Abwasserrohre mit Mauerkragen druckwasserdicht durch die Bodenplatte geführt.
Was zu einem Kanalanschluss gehört
Grundleitungen unter der Bodenplatte
Sie werden im Zuge der Verfüllarbeiten zwischen den Fundamenten verlegt, bevor die Betonage erfolgt
Der Rohrgraben
In unseren Rechnungen heißt dieser Teil schlicht Kanalarbeiten. Ausheben, sichern, betten, verlegen, sandummanteln, lagenweise verfüllen und verdichten. Die Sicherung des Grabens gehört dazu und ist keine Nebensache: Ab einer bestimmten Tiefe ist Verbau vorausgesetzt.
Schächte
Kanalhausanschluss heißt der Vorgang im Leistungsverzeichnis, wenn ein Grundstück an den öffentlichen Kanal geht. In der Regel steht an jedem Richtungswechsel und an jedem Gefällesprung ein Kontrollschacht. Er macht die Leitung später zugänglich, für Reinigung und für die Kamerabefahrung. Abdeckungen nach DIN EN 124, Auflageringe nach DIN 4034.
Die Straße danach
Wo der Anschluss unter öffentlichem Grund liegt, kommt der Aufbau wieder in seiner ursprünglichen Stärke zurück: Trennschnitt, Aufbruch, Schottertragschicht, Asphalt in Trag- und Deckschicht, bei Bedarf Gußasphalt.
Bevor der erste Bagger kommt
Der Weg über die StEB
Ein Kanalanschluss in Köln beginnt nicht mit dem Graben, sondern mit einer Anzeige. Zuständig ist die Betriebsabteilung der Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Diese sechs Schritte stehen so im amtlichen Formular, das wir für jede Maßnahme ausfüllen.
Die Unterlagen zusammenstellen
Für den Antrag brauchen wir von Ihnen zwei Dinge: einen Lageplan im Maßstab 1:250 mit den eingetragenen Entwässerungsleitungen und einen Katasterauszug. Ohne die beiden geht nichts weiter.
Die Anzeige der Kanalanschlussarbeiten
Sie geht an die Betriebsabteilung der StEB und nennt Grundstück, Eigentümer, Bauleiter und den Tag, an dem die Arbeiten beginnen sollen.
Die StEB gibt den Abzweig vor
Wo der Anschluss an den Straßenkanal sitzt, bestimmt nicht der Planer, sondern die StEB. Sie gibt die Lage in Metern an, gemessen vom unterwasserseitigen Schacht. Erst dann steht fest, wo der Graben hinkommt.
Zustimmung zum Anbohren
Soll der Straßenkanal angebohrt werden, wird dafür ausdrücklich um Zustimmung gebeten. Das ist ein eigener Punkt im Formular und keine Formalie: Der öffentliche Kanal gehört der Stadt.
Die Aufgrabung anmelden
Parallel läuft die Meldung an das Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Von dort kommt die Aufgrabungsnummer, die VIS-Nummer. Ab da gelten ZTV A-StB, ZTV Asphalt-StB, ZTV Pflaster-StB, ZTV SoB-StB, ZTV E-StB und die RStO für alles, was danach passiert.
Abnahme und Übernahme
Am Ende nimmt die StEB den Kanal ab, die Stadt übernimmt die wiederhergestellte Verkehrsfläche. Beides mit Protokoll. Erst damit ist die Baustelle wirklich zu Ende.
Die Verkehrssicherungspflicht obliegt ab Aufgrabungsbeginn bis zur Übernahme durch die Stadt Köln im gesamten Arbeitsbereich ausschließlich dem Auftraggeber/Bauherrn der Baumaßnahme.
Diesen Satz überliest man leicht. Er bedeutet: Vom Moment, in dem die Straße offen ist, bis zu dem Tag, an dem die Stadt sie zurücknimmt, haften Sie für alles, was im Arbeitsbereich passiert. Deshalb ist die Verkehrssicherung bei uns eine eigene Position im Angebot und keine Nebenleistung, die man beim Preisvergleich wegkürzt.
Wenn das Regenwasser nicht in den Kanal darf
Viele Kommunen lassen nur noch eine begrenzte Menge Regenwasser in den Kanal. Was darüber hinausgeht, muss auf dem Grundstück bleiben. Dafür gibt es diverse Werkzeuge, in diesem Bauvorhaben hatten wir einen Speicher und eine Drossel.
Die Rigole
Ein Hohlraum unter der Erde, aus Kunststoffblöcken zusammengesetzt und vliesummantelt. In Merheim waren es ca. 300 Blöcke von 80 mal 80 mal 66 Zentimetern, zweilagig eingebaut, verbunden durch Blockverbinder und umhüllt von Rigolenvlies. Die Blöcke haben einen durchgehenden Inspektionstunnel, sind also später mit der Kamera befahrbar und auch revisionierbar bzw. reinungsfähig.
Vier Kontrollschächte aus Kunststoff führen von oben hinein, mit Feststoffsammlern und Abdeckungen nach DIN EN 124.
Die Reinigung davor
Wasser von Dächern und Hofflächen führt Sand, Feinstoffe und Öl mit. Es darf nicht ungereinigt versickern. In Merheim übernahm das eine Regenwasserbehandlungsanlage mit einer Sedimentationsstrecke DN 400 über sechs Meter Baulänge: Startschacht, Absetzstrecke, Zielschacht mit Leichtstoffrückhalt. Was sich absetzt, bleibt dort und wird abgesaugt..
Der Drosselschacht
Wo überschüssiges Wasser doch in den Kanal darf, aber nur langsam, sitzt ein Drosselschacht dazwischen. Er lässt genau die genehmigte Menge je Sekunde durch; alles andere staut sich davor im Speicher und läuft nach, wenn der Regen vorbei ist. Damit wird aus einer Spitze, die das Netz nicht verkraftet, ein gleichmäßiger Abfluss über Stunden.
Fett- und Ölabscheider
Aus Küchen darf kein fetthaltiges Abwasser ungereinigt in den Kanal. Gastronomie, Kantinen und Metzgereien brauchen deshalb einen Fettabscheider, Werkstätten und Waschplätze einen Ölabscheider. Beide sitzen vor dem Anschluss, brauchen eine eigene Zufahrt zum Absaugen und wollen bei der Planung des Grundstücks bedacht sein, nicht danach.
Ob der Boden mitspielt
Eine Rigole funktioniert nur, wenn der Untergrund das Wasser aufnimmt. Deshalb steht im Leistungsverzeichnis eine eigene Position dafür: die Prüfung des Rigolengrundes auf Versickerungsfähigkeit durch den Bodengutachter, mit Protokoll.
Noch eine Baustelle unter laufendem Verkehr
Ein Hausanschluss mit Ampel
In der Roonstraße wurde eine Fahrspur gesperrt. Es geht auch anders: Am Bahnhof Porz-Wahn blieb die Straße offen, und eine Ampel übernahm die Regelung. Auch dieser Hausanschluss lag im öffentlichen Bereich, auch er wurde von der StEB abgenommen.

Blick von oben in die verbaute Baugrube. Das Rohr wird über die Leiter hinuntergelassen, der Anschluss liegt im Mörtelbett.
Ein Bürogebäude am Bahnhof Porz-Wahn
Ein Neubau, der Anschluss lag im öffentlichen Bereich, mit Revisionsschacht. Die Straße konnte nicht gesperrt werden, also stellten wir eine transportable zweiphasige Lichtsignalanlage auf, batteriebetrieben, mit eigener Programmberechnung und Programmierung. Sie regelte den Verkehr elf Tage lang.
Ein Teil der Leitung ging nicht im offenen Graben, sondern im Rohrvortrieb durch den anstehenden Boden der Klasse 3 bis 5, bei rund 1,2 Quadratmetern Querschnitt. Die StEB verlangte an einer Stelle Handschachtung, weil fremde Leitungen im Weg lagen. Das steht als eigenes Schreiben in der Akte.
Eine Ampel für einen Hausanschluss klingt nach viel Aufwand für ein kleines Loch. Sie ist aber die günstigere Lösung: Eine Vollsperrung hätte eine Umleitung gebraucht, und die kostet mehr als elf Tage Ampelmiete. Solche Entscheidungen fallen vor dem Angebot, nicht während der Bauzeit.
Zwölf Tage nach dem ersten Spatenstich nahm die StEB den Kanal ab, mit Protokoll.
- Bauzeit
- 12 Tage
- Ampelbetrieb
- 11 Tage
- Rohrvortrieb
- 1,2 m²
- Abnahme
- durch die StEB
Was am Ende nachgewiesen wird
Eine verlegte Leitung ist erst fertig, wenn sie geprüft ist. Die Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 weist nach, dass nichts austritt und nichts eindringt.
Der zweite Nachweis betrifft nicht das Rohr, sondern das, was darüber liegt: Die Verfüllung wird lagenweise verdichtet und der Erfolg mit dem dynamischen Lastplattendruckversuch gemessen.
Wie abgerechnet wird
In der Regel erfolgt die Abrechnung des Rohrgrabens in lotrechter Grabenbreite in Haltungslänge nach DIN EN 1610. Bezahlt wird also nicht, was der Bagger tatsächlich bewegt hat, sondern der Graben, den die Norm für diese Rohrweite und Tiefe vorsieht.
Das ist für beide Seiten die ruhigere Regel. Sie macht die Menge vorher berechenbar und nimmt der Böschung, die im weichen Boden nun einmal flacher wird, ihre Wirkung auf die Rechnung.
Gütezeichen Kanalbau
Kanalbau ist ein Gewerk, dessen Ergebnis man nach dem Verfüllen nicht mehr sieht. Genau dafür gibt es eine Fremdüberwachung, die nicht das Bauwerk prüft, sondern den Betrieb, der es herstellt.
Wir führen das Gütezeichen Kanalbau der Gütegemeinschaft Herstellung und Instandhaltung von Abwasserleitungen und -kanälen e. V. Es ist vom RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung anerkannt.
Verliehen wurde es uns in Gruppe AK3 unter der Mitgliedsnummer 7361.
Nachprüfbar ist das in der Mitgliedersuche des Güteschutz Kanalbau. Für Grundstücksanschlusskanäle im öffentlichen Straßenland der Stadt Köln stehen wir in der Unternehmerliste der Stadtentwässerungsbetriebe Köln.
Für öffentliche Aufträge sind wir präqualifiziert für Entwässerungskanalarbeiten (213_01), Erdarbeiten (211_01) und Verbauarbeiten (214_02), Registernummer 010.101770.
Was daran überprüft wird
Der Güteausschuss prüft laufend weiter, im Betrieb und auf der Baustelle: Personal, Geräteausstattung, Eigenüberwachung und die Ausführung selbst.
Zugelassen bei Städten und Kommunen
Wir sind bei zahlreichen Städten und Gemeinden in der Region als Firma zugelassen, sowohl für Arbeiten im öffentlichen Straßenbereich, etwa Gehwegabsenkungen, als auch für Kanalanschlussarbeiten.
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln führen dafür ein öffentliches Verzeichnis der zugelassenen Unternehmen. Die PILOT GmbH steht darin.
Für Sie heißt das: Sie müssen nicht selbst prüfen, ob der ausführende Betrieb bei Ihrer Kommune gelistet ist, und die Anmeldung der Arbeiten läuft ohne Umweg.
Warum das für Sie zählt
Viele öffentliche Auftraggeber verlangen das Gütezeichen in der Ausschreibung; ohne es kommt ein Angebot dort nicht in die Wertung. Für private Bauherren ist es das Gegenteil einer Selbstauskunft: eine Aussage über unsere Arbeit, die nicht von uns stammt.
Was Sie vorher klären können
Fünf Punkte, die vor der ersten Kalkulation feststehen sollten.
Das Entwässerungsgesuch mit dem freigegebenen Lageplan. Daraus ergibt sich, wo angeschlossen wird und wie viel eingeleitet werden darf.
Das Baugrundgutachten, und zwar mit einer Aussage zur Versickerungsfähigkeit, wenn eine Rigole vorgesehen ist. Dazu die Analytik zur Verwertungsklasse.
Der Leitungsbestand der Versorger. Jede Querung, die erst im Graben auftaucht, kostet Zeit und macht aus Maschinenarbeit Handschachtung.
Die Kampfmittelauskunft. In Köln gehört sie zum Bauen dazu, und im Graben trifft man den Untergrund unvorbereitet.
Und die Verkehrsführung, wenn im öffentlichen Raum gearbeitet wird. Der Verkehrszeichenplan braucht Vorlauf.
Schicken Sie uns, was Sie haben. Wir sagen Ihnen, was noch fehlt. Auch dann, wenn wir am Ende nicht bauen.

