Kanalanschluss
Vom Hausanschluss bis zur Versickerung
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Ein Kanalanschluss verbindet ein Gebäude mit dem öffentlichen Netz. Dazwischen liegen mehr Gewerke, als der Name vermuten lässt: Grundleitungen unter der Bodenplatte, Rohrgräben mit Bettung und Verdichtung, Schächte, die Dichtheitsprüfung, und am Ende die Straße, die wieder so aussehen muss wie vorher.
Dazu kommt eine Frage, die viele Bauherren erst spät stellen: Wohin mit dem Regenwasser? Wo die Kommune die Einleitmenge begrenzt, wird das Dachwasser nicht abgeleitet, sondern zurückgehalten und versickert. Auch das ist Kanalbau, nur unter anderem Namen.
Wir zeigen beides an einem eigenen Projekt.
Eine Baustelle in Köln-Merheim
Ein Selbstlagerhaus an der Olpener Straße, drei Vollgeschosse, rund 2.700 Quadratmeter Grundfläche und 8.270 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Beauftragt wurden die Tiefbauarbeiten und die Entwässerung.
Verlegt wurden rund 400 Meter Kanal: 80 Meter DN 150, 150 Meter DN 250 und 150 Meter DN 300. Die Rohrgräben gingen bis 3,35 Meter Tiefe.
Dazu Systemschächte mit Bautiefen bis zu 5 Meter. Kontrollschächte von bis 3,30 Meter Tiefe.
Unter der Bodenplatte lagen die Grundleitungen, DN 100 als KG-2000-Rohr, mit einem Mauerkragen für die druckwasserdichte Durchführung durch die Platte und zwei Bodenabläufen.
Die Regenwasserbewirtschaftung als elementarer Bestandteil der Maßnahme. Die öffentliche Vorgabe war das Regenwasser auf dem Grundstück zurückzuhalten: eine Rigole aus rund 300 Blöcken, zweilagig eingebaut, mit vier Kontrollschächten und einer vorgeschalteten Reinigungsstufe.
Was auf dieser Baustelle sichtbar wurde, gilt für fast jeden Kanalanschluss: Der Anschluss selbst ist der kleinere Teil. Der Graben, die Verdichtung, die Nachweise und die Wiederherstellung machen den Aufwand.

Die Punktfundamente am Bauvorhaben. Neben diesen wurden später die Abwasserrohre mit Mauerkragen druckwasserdicht durch die Bodenplatte geführt.
Was zu einem Kanalanschluss gehört
Grundleitungen unter der Bodenplatte
Sie werden im Zuge der Verfüllarbeiten zwischen den Fundamenten verlegt, bevor die Betonage erfolgt
Der Rohrgraben
Ausheben, sichern, betten, verlegen, sandummanteln, lagenweise verfüllen und verdichten. Die Sicherung des Grabens gehört dazu und ist keine Nebensache: Ab einer bestimmten Tiefe ist Verbau vorausgesetzt.
Schächte
In der Regel steht an jedem Richtungswechsel und an jedem Gefällesprung ein Kontrollschacht. Er macht die Leitung später zugänglich, für Reinigung und für die Kamerabefahrung. Abdeckungen nach DIN EN 124, Auflageringe nach DIN 4034.
Die Straße danach
Wo der Anschluss unter öffentlichem Grund liegt, kommt der Aufbau wieder in seiner ursprünglichen Stärke zurück: Trennschnitt, Aufbruch, Schottertragschicht, Asphalt in Trag- und Deckschicht, bei Bedarf Gußasphalt.
Wenn das Regenwasser nicht in den Kanal darf
Viele Kommunen lassen nur noch eine begrenzte Menge Regenwasser in den Kanal. Was darüber hinausgeht, muss auf dem Grundstück bleiben. Dafür gibt es diverse Werkzeuge, in diesem Bauvorhaben hatten wir einen Speicher und eine Drossel.
Die Rigole
Ein Hohlraum unter der Erde, aus Kunststoffblöcken zusammengesetzt und vliesummantelt. In Merheim waren es ca. 300 Blöcke von 80 mal 80 mal 66 Zentimetern, zweilagig eingebaut, verbunden durch Blockverbinder und umhüllt von Rigolenvlies. Die Blöcke haben einen durchgehenden Inspektionstunnel, sind also später mit der Kamera befahrbar und auch revisionierbar bzw. reinungsfähig.
Vier Kontrollschächte aus Kunststoff führen von oben hinein, mit Feststoffsammlern und Abdeckungen nach DIN EN 124.
Die Reinigung davor
Wasser von Dächern und Hofflächen führt Sand, Feinstoffe und Öl mit. Es darf nicht ungereinigt versickern. In Merheim übernahm das eine Regenwasserbehandlungsanlage mit einer Sedimentationsstrecke DN 400 über sechs Meter Baulänge: Startschacht, Absetzstrecke, Zielschacht mit Leichtstoffrückhalt. Was sich absetzt, bleibt dort und wird abgesaugt..
Der Drosselschacht
Wo überschüssiges Wasser doch in den Kanal darf, aber nur langsam, sitzt ein Drosselschacht dazwischen. Er lässt genau die genehmigte Menge je Sekunde durch; alles andere staut sich davor im Speicher und läuft nach, wenn der Regen vorbei ist. Damit wird aus einer Spitze, die das Netz nicht verkraftet, ein gleichmäßiger Abfluss über Stunden.
Ob der Boden mitspielt
Eine Rigole funktioniert nur, wenn der Untergrund das Wasser aufnimmt. Deshalb steht im Leistungsverzeichnis eine eigene Position dafür: die Prüfung des Rigolengrundes auf Versickerungsfähigkeit durch den Bodengutachter, mit Protokoll.
Was am Ende nachgewiesen wird
Eine verlegte Leitung ist erst fertig, wenn sie geprüft ist. Die Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 weist nach, dass nichts austritt und nichts eindringt.
Der zweite Nachweis betrifft nicht das Rohr, sondern das, was darüber liegt: Die Verfüllung wird lagenweise verdichtet und der Erfolg mit dem dynamischen Lastplattendruckversuch gemessen.
Wie abgerechnet wird
In der Regel erfolgt die Abrechnung des Rohrgrabens in lotrechter Grabenbreite in Haltungslänge nach DIN EN 1610. Bezahlt wird also nicht, was der Bagger tatsächlich bewegt hat, sondern der Graben, den die Norm für diese Rohrweite und Tiefe vorsieht.
Das ist für beide Seiten die ruhigere Regel. Sie macht die Menge vorher berechenbar und nimmt der Böschung, die im weichen Boden nun einmal flacher wird, ihre Wirkung auf die Rechnung.
Gütezeichen Kanalbau
Kanalbau ist ein Gewerk, dessen Ergebnis man nach dem Verfüllen nicht mehr sieht. Genau dafür gibt es eine Fremdüberwachung, die nicht das Bauwerk prüft, sondern den Betrieb, der es herstellt.
Wir führen das Gütezeichen Kanalbau der Gütegemeinschaft Herstellung und Instandhaltung von Abwasserleitungen und -kanälen e. V. Es ist vom RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung anerkannt.
Verliehen wurde es uns in Gruppe AK3 unter der Mitgliedsnummer 7361.
Was daran überprüft wird
Der Güteausschuss prüft laufend weiter, im Betrieb und auf der Baustelle: Personal, Geräteausstattung, Eigenüberwachung und die Ausführung selbst.
Zugelassen bei Städten und Kommunen
Wir sind bei zahlreichen Städten und Gemeinden in der Region als Firma zugelassen, sowohl für Arbeiten im öffentlichen Straßenbereich, etwa Gehwegabsenkungen, als auch für Kanalanschlussarbeiten.
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln führen dafür ein öffentliches Verzeichnis der zugelassenen Unternehmen. Die PILOT GmbH steht darin.
Für Sie heißt das: Sie müssen nicht selbst prüfen, ob der ausführende Betrieb bei Ihrer Kommune gelistet ist, und die Anmeldung der Arbeiten läuft ohne Umweg.
Warum das für Sie zählt
Viele öffentliche Auftraggeber verlangen das Gütezeichen in der Ausschreibung; ohne es kommt ein Angebot dort nicht in die Wertung. Für private Bauherren ist es das Gegenteil einer Selbstauskunft: eine Aussage über unsere Arbeit, die nicht von uns stammt.
Was Sie vorher klären können
Fünf Punkte, die vor der ersten Kalkulation feststehen sollten.
Das Entwässerungsgesuch mit dem freigegebenen Lageplan. Daraus ergibt sich, wo angeschlossen wird und wie viel eingeleitet werden darf.
Das Baugrundgutachten, und zwar mit einer Aussage zur Versickerungsfähigkeit, wenn eine Rigole vorgesehen ist. Dazu die Analytik zur Verwertungsklasse.
Der Leitungsbestand der Versorger. Jede Querung, die erst im Graben auftaucht, kostet Zeit und macht aus Maschinenarbeit Handschachtung.
Die Kampfmittelauskunft. In Köln gehört sie zum Bauen dazu, und im Graben trifft man den Untergrund unvorbereitet.
Und die Verkehrsführung, wenn im öffentlichen Raum gearbeitet wird. Der Verkehrszeichenplan braucht Vorlauf.
Schicken Sie uns, was Sie haben. Wir sagen Ihnen, was noch fehlt. Auch dann, wenn wir am Ende nicht bauen.


